Generation Paketshop

Keine Ahnung, ob Trendforscher noch von den Generation Y und Z sprechen oder ob wir bereits wieder bei A oder B angelangt sind. Ich fühle mich ohnehin einer ganz anderen Generation zugehörig – der Generation Paketshop!

karton

Die drei Pakete oben im Bild habe ich heute abgeholt. Naja, sagen wir lieber, abgehetzt, schnell nach Feierabend. Das schmale Päckchen ganz oben lag in der Packstation, die an der Tankstelle auf meinem Heimweg liegt, das war cool. Die beiden Pakete darunter hätten dort eigentlich auch liegen sollen, wurden aber an einen Lottoladen am anderen Ende des Stadtteils umgeleitet. Und morgen früh muss ich noch zu einem asiatischen Lebensmittelmarkt, den ein anderer Paketdienst als Abholstation für seine Pakete auserkoren hat – er liegt irgendwo in der Mitte zwischen Packstation und Lottoladen.

Jetzt sitze ich hier mit meinen drei von vier Paketen und frage mich: Sind wir alle noch ganz sauber? Wir begeistern uns am bequemen und schnellen Einkaufen über Amazon, Zalando und anderen, um dann die ganze gesparte Zeit damit zu verbringen, unseren gelieferten Einkäufen quer durchs Stadtgebiet hinterherzurennen. Das ist doch irre!

Ich kann nicht glauben, dass es da keine besseren Lösungen geben soll. Falls ihr welche wisst, könnt ihr mir gerne schreiben, ich leite sie dann an die Paketdienste weiter. Vielleicht schicke ich sie denen an die Packstation. Oder an den Lottoladen. Oder zum Asiaten.

Kundentheater – ein Drama in einem Akt

Die Szene: Ein Zeitschriftenladen am Berliner Hauptbahnhof, morgens um kurz vor 10. Von rechts ins Bild kommt ein Kunde, Ende 30, mit einem Hochglanzmagazin in der Hand. Am linken Rand der Szene trifft er auf eine Kassiererin, so Mitte 50.

Kassiererin: 6,80 Euro, bitte!
Kunde reicht einen 50-Euro-Schein.
Kunde (entschuldigend): Ich habe es leider nicht anders.
Kassiererin gibt widerwillig das Wechselgeld.
Kassiererin (genervt): Hamse Glück gehabt. Kann auch passieren, dass ich sie wegschicke.
Kunde (irritiert): Wie, wegschicken?
Kassiererin: Na, wennse das nicht kleiner haben. Dann kann es sein, das ich Sie wegschicke.
Kunde (noch irritierter): Aber dann verkaufen Sie doch nichts?
Kassiererin (triumphierend): Und für Sie wird’s langweilig in der Bahn!
Kunde: Naja, schon, aber SIE wollen doch MIR etwas verkaufen?
Kassiererin: Nüscht will ich!
Kunde: ähh.
Kassiererin: Wissen Sie überhaupt, dass es ein Wechselgeldgesetz gibt? Da steht, dass das Wechselgeld in einem angemessenen Verhältnis zu….

Kunde geht wortlos nach rechts ab.